Seminare

Seit mehr als 10 Jahren biete ich deutschlandweit Seminare, Weiterbildungen und Weiterbildungsreihen bei verschiedenen Bildungsträgern und in Form von Inhouse-Schulungen an. Als Schwerpunkte haben sich die Themenfelder "Kinder psychisch kranker Eltern", "Systemische Beratung/Therapie" und die "Arbeit mit Patienten mit schwierigen Persönlichkeitsmerkmalen" herausgebildet.

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht meiner Seminar-Angebote, die ich individuell auf die Bedürfnisse Ihrer Institution und der Teilnehmer anpassen kann. Alle Seminare können 1-3 tägig konzipiert werden.

Kinder psychisch kranker Eltern / Familien mit einem psychisch kranken Elternteil

In der Bundesrepublik wachsen ca. 4 Millionen Kinder bei einem Elternteil mit einer schwerwiegenden psychischen Störung auf. Kinder von psychisch kranken Elternteilen haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein bis zu 4-fach erhöhtes Risiko selbst in der Kindheit/Jugendzeit psychisch zu erkranken, außerdem sind sie 2- 5 Mal häufiger von Vernachlässigung, Misshandlung und/oder sexuellem Missbrauch betroffen. Diese Daten machen deutlich, dass diese Kinder einen besonderen Bedarf für präventive und therapeutische Hilfen haben, sie sind jedoch eine über viele Jahre vernachlässigte Gruppe innerhalb der Jugendhilfe und Psychiatrie. Das Seminar will ins Thema einführen und konkrete Ansätze der Hilfe für die betroffenen Kinder und ihre Familien vorstellen. Nach der Darstellung der psychosozialen Risikofaktoren für die Entstehung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen werden die Faktoren mit den stärksten Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kinder und Jugendlichen herausgestellt. Daraus abgeleitet werden personale, familiäre und soziale Schutzfaktoren für die Kinder psychisch kranker Eltern und ihrer Familien unterschieden. Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf den notwendigen praktischen Folgerungen für die Jugendhilfe. Ziele und Methoden der präventiven Arbeit mit den Kindern und ihren Familien werden herausgearbeitet. Im Seminar besteht ausgiebig die Möglichkeit für Fallvorstellungen und Supervisionsanliegen.

Familien mit psychisch kranken Elternteilen - Schwerpunkt Borderline-Persönlichkeitsstörung

Das Seminar will informieren und sensibilisieren für Familien mit psychisch kranken Elternteilen, insbesondere für die, die unter einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden. Es wird zunächst die typische Symptomatik der betroffenen Elternteile veranschaulicht, welche besonders die Emotionsregulation und das Beziehungsverhalten betrifft. Das häufig beeinträchtigte und auffällige Interaktionsverhalten des betroffenen Elternteils mit den eigenen Kindern kann zu Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder in verschiedenen Altersstufen und sogar zu Kindeswohlgefährdungen mit notwendigen jugendamtlichen Maßnahmen führen. Im Seminar werden praxisnah und ausführlich mögliche Hilfe- und Beratungsansätze für die betroffenen Familien dargestellt. Ebenso werden den Teilnehmern ausführliche Hilfestellungen gegeben und Interventionsmöglichkeiten besprochen, um den spezifischen Herausforderungen, wie "Fallen" in der Kommunikation und "Einladungen" der betroffenen Klientengruppe zum "Mitagieren", zu begegnen. Es können eigene Fallanliegen eingebracht werden. 

Familien psychisch kranken Elternteilen- Schwerpunkt affektive und psychotische Erkrankungen

(Depressionen, bipolare Störungen, Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis) Kinder mit einem depressiv oder schizophren erkrankten Elternteil haben, verglichen mit Kindern von gesunden Eltern, ein 4-6-fach erhöhtes Risiko, selbst an einer psychischen Störung zu erkranken. Dies macht den besonderen und dringend notwendigen Hilfebedarf der betroffenen Kinder und ihrer Familien deutlich. Das Seminar wird in die Störungsbilder affektiver und schizophrener Erkrankungen einführen und anschließend die Entwicklungsrisiken für die betroffenen Kinder in den jeweiligen Altersstufen darstellen. Ein besonderes Risiko für die betroffenen Kinder besteht zusätzlich darin, dass psychische Störungen bei Kindern meist nicht oder erst Jahre später erkannt werden. Daher ist es ein Anliegen des Seminars, hier eine größere Sensibilität und Fachkenntnis zur Erkennung der kindlichen Auffälligkeiten zu schaffen. Es werden zielgruppenorientierte Hilfs- und Entlastungsmöglichkeiten, sowohl für die betroffenen Erwachsenen, als auch für die Kinder selbst, vorgestellt. Praktische Folgerungen für die Jugendhilfe, Kinder- und Erwachsenenpsychiatrie werden einen breiten Raum einnehmen. Im Seminar bestehen ausführliche Gelegenheiten für Falldarstellungen und -supervisionen. Die Teilnehmer sind eingeladen, eigene Fallanliegen einzubringen.

Systemische Beratungsansätze in der Kinder- und Jugendhilfe

Die Systemische Beratung findet immer mehr Einzug in die Soziale Arbeit von Jugendämtern, freien Trägern von Jugendhilfe und Beratungsstellen. Das Seminar soll, ohne erweiterte Vorkenntnisse vorauszusetzen, in systemisch orientierte Beratungsansätze einführen und praxisnah verschiedene Anwendungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe vermitteln. Es werden sowohl systemische Gesprächsführungen als auch verschiedene Interventionsmethoden, bezogen auf den spezifischen Arbeitskontext der Kinder- und Jugendhilfe, vermittelt und eingeübt. Auch die Prozessgestaltung im Sinne von Auftrags- und Zielklärung, Beginn und Ende der Hilfen soll Thema des Seminars sein.

Inhalte:

  • Aneignung systemischer Denk- und Verhaltensweisen im Umgang mit Einzelnen, Gruppen und Familien
  • Erlernen und Anwenden systemischer Methodik im praktischen Tun der professionellen Arbeit • Beziehungen und Beziehungsgestaltung
  • Systemische Gesprächsführung: Joining, Reframing, zirkuläre Fragetechniken, lösungs- und ressourcenorientiertes Fragen
  • Methoden: Reflektierendes Team, Genogramm, Skulpturarbeit

Methoden:

  • Methodenpräsentation, Impulsvorträge, Kleingruppenarbeit, Rollenspiele, Falldarstellungen, Supervision. Eigene Fallbeispiele können eingebracht werden.

Systemische Therapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Gesprächsstrategien und Interventionsmöglichkeiten

Es wird immer offensichtlicher, welche wertvollen Impulse Systemische Therapie auch für das Arbeiten in der (stationären) Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie bietet. Eine systemisch orientierte Gesprächskultur kann das "Alltagsgeschäft" psychiatrischer Versorgung deutlich erleichtern und die Therapiemotivation, sowie die Bereitschaft zur Selbstverantwortlichkeit bei den betroffenen Familien verbessern.
In diesem Seminar sollen anwenderorientiert und ohne erweiterte Vorkenntnisse vorauszusetzen, verschiedene therapeutische Strategien und Methoden vorgestellt und vermittelt werden, welche auch in Ergänzung zu anderen Psychotherapiemethoden in der Kinder- und Jugendpsychiatrie umgesetzt werden können. Diese sind u.a.:

  • Systemische Fragetechniken 
  • Arbeit mit Familiengenogrammen 
  • Auftragsklärung am Beginn und im Verlauf der Behandlung 
  • Umgang mit Zwangs- und Unfreiwilligkeitskonstellationen 
  • „Verhandeln“ über Medikamente, Diagnosen und Entlasszeitpunkt 
  • Methode des Reflecting Teams 
  • Störungsspezifische systemische Zugänge z.B. bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung  

Effektive psychotherapeutische Strategien bei schwierigen Persönlichkeitsmerkmalen/-akzentuierungen: Schulenübergreifend wirksam intervenieren

In der psychotherapeutischen Behandlung verschiedener affektiver und neurotischer Störungen kommen wir immer wieder an Grenzen, die Therapie stagniert oder der Zustand des Klienten verschlechtert sich sogar, dies trotz Einsatz nachgewiesenermaßen wirksamer therapeutischer Methoden. Die „komorbide“ Persönlichkeitstruktur oder -akzentuierung des Klienten scheint uns und dem Klienten den Weg für einen weiteren Fortschritt in der Therapie zu verstellen.

In diesem Seminar sollen anwenderorientiert und ohne erweiterte Vorkenntnisse vorauszusetzen, wirksame therapeutische Strategien und Methoden aus den verschiedenen psychotherapeutischen Schulen vorgestellt und vermittelt werden, die sich in der Praxis als effektiv in der Behandlung verschiedener schwieriger Persönlichkeitsmerkmale erwiesen haben. Ein Schwerpunkt soll dabei auf der Methode der Systemischen Therapie liegen, jedoch werden ausführlich auch Methoden aus der Schematherapie, der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT), der tiefenpsychologisch-fundierten Therapie und der kognitiven Verhaltenstherapie vorgestellt. Mögliche Strategien zu folgenden Persönlichkeitsmerkmalen/-akzentuierungen werden vorgestellt und praktisch eingeübt:

  • Passiv-aggressiv (negativistisch) 
  • Narzisstisch 
  • Histrionisch 
  • Selbstunsicher/abhängig 
  • Impulsiv/emotional instabil 
  • Zwanghaft
  • Schizoid

Methoden

  • Theorieinput, Methodendarstellungen, exemplarische Fallpräsentationen, Rollenspiele, Fallsupervision.

Effektive Strategien für die stationäre psychodynamische Psychotherapie

Auf die stationäre Versorgung in Psychiatrie und Psychosomatik lässt sich das vorhandene psychotherapeutische Wissen oft nicht einfach eins zu eins übertragen, sondern es gilt zunächst einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen und immer wieder auftretende schwierige Situationen zu meistern. In diesem Seminar sollen Strategien zum effektiven Umgang mit folgenden häufig auftretenden Situationen vermittelt und praktisch eingeübt werden:

Schwierige Rahmenbedingungen:

  • Unfreiwilligkeit der Behandlung, mangelnde Veränderungsmotivation („Ich weiß auch nicht, wieso mich meine Frau hierher gebracht hat!“) 
  • kurze Aufenthaltsdauer, krisenhafte Veränderungen des Befindens, Stagnation der Therapie
  • Vermittlung von Diagnosen, die dem Selbstbild des Patienten widersprechen könnten 
  • einseitig somatisches/ soziales Krankheitsmodell des Patienten („Ich nehme hier jetzt meine Tabletten und warte ab.“ oder „Die anderen müssen sich ändern!“) 
  • offene oder latente Suizidalität („Naja, wenn alles nicht hilft, gibt es ja immer noch einen Ausweg…“) Behandlungsabbruch, der verhindert werden soll („Meine Koffer sind schon gepackt!“) 
  • Der Patient soll entlassen werden, obwohl er nicht möchte

Behandlung von Patienten mit schwierigen Persönlichkeitsmerkmalen, z.B.:

  • passiv-aggressiv
  • narzisstisch
  • histrionisch

Persönlich herausfordernde Situationen:

  • Infragestellung durch den Patienten („Wie alt sind Sie eigentlich?“ „Ich glaube nicht, dass das etwas bringt.“)
  • Übermäßige Inanspruchnahme durch einen Patienten
  • Korrektur eigener „Fehler“ während einer laufenden Behandlung

Zusätzlich kann ich Seminare zu Mutter-/Eltern-Kind-Behandlung und zur Implementierung systemischer Methoden in den Stationsalltag einer psychiatrischen Kinder- oder Erwachsenenstation anbieten. 


© Dr. Bernd Abendschein & Dipl.-Psych. Isabella Abendschein ∙ Eberbacher Str. 62 ∙ 68259 Mannheim ∙ info(at)praxis-abendschein.de